Die Beckerath-Orgel

Da die Andreaskirche als Hofkirche gebaut und 1629 eingeweiht wurde, muss ein bescheidenes Orgelwerk vorhanden gewesen sein; denn es ist in alten Schriften berichtet, dass Georg Friedrich Händel am Hofe hier in Düsseldorf einige Wochen gewirkt habe und im 18. Jahrhundert ein Organist namens Hugo Wilderer hier tätig war.

Das Instrument, wovon heute noch das prächtige Gehäuse vorhanden ist, stammt aus dem Jahr 1782. Peter Kemper aus Bonn baute mit zwei Gesellen diese Orgel. Die Orgel war rein mechanisch konstruiert mit Blasebälgen, die von sogenannten „Kalkanten“ getreten werden mussten. Neben diversen Umbauten erhielt die Orgel um 1900 ein erstes elektrisches Gebläse. Im zweiten Weltkrieg wurde neben dem barocken Hochaltar der Kirche auch der größte Teil der Orgel zerstört. Die Düsseldorfer Firma Fabritius aus Kaiserswerth stellte das Instrument während des Wiederaufbaus soweit her, das am Himmelfahrtstag 1953 endlich wieder Orgelmusik in St. Andreas erklingen konnte.

Die heutige Orgel wurde 1970/71 von der Firma Rudolf von Beckerath aus Hamburg erstellt und in das vorhandene Barockgehäuse eingebaut. Die Orgel hat insgesamt 3.480 Pfeifen: Die größte Pfeife hat eine Länge von 5,40 Metern, die kleinste Pfeife misst 2,2 Zentimeter. Im Innern des Orgelgehäuses steht eine kleine Wanne mit Wasser, dessen natürliche Verdunstung den empfindlichen Holzteilen der Orgel das stets gleich bleibende Klima beschert, damit das Instrument möglichst lange zur Ehre Gottes erklingen kann.

Disposition der Beckerath-Orgel

Rückpositiv:
Manual I, C-g3
Metallgedackt 8′
Praestant 4′
Rohrflöte 4′
Quintflöte 2 2/3′
Doublette 2′
Terz 1 3/5′
Larigot 1 1/3′
Scharf 4 fach
Bärpfeife 16′
Cromorne 8′

Manual II, C-g3
Bordun 16′
Prinzipal 8′
Spielflöte 8′
Oktave 4′
Koppelflöte 4′
Nasat 2 2/3′
Oktave 2′
Cornett 4-5 fach
Mixtur 4-6 fach
Zimbel 3-fach
Trompete 8′
Zimbelstern


Schwellwerk:
Manual III, C-g3
Rohrgedackt 8′
Gemshorn 8′
Voix céleste 8′
Prinzipal 4′
Flûte traversière 4′
Schweizerpfeife 2′
Oktävlein 1′
Mixtur 5 fach
Fagott 16′
Hautbois 8′
Clairon 4′
Tremulant
Pedal, C-f1
Prinzipal 16′
Subbass 16′
Oktavbass 8′
Bartpfeife 8′
Choralbaß 4′
Nachthorn 2′
Hintersatz 5 fach
Posaune 16′
Trompete 8′
Schalmei 4′
Tremulant


Spielhilfen:
Koppeln III/II, I/II, III/I, III/P, II/P, I/P
mechanische Spieltraktur
elektrische Registertraktur
Schleiflade
regelbare Tremulanten
4000 Setzerkombinationen