*1921 – †2014
Paulus Engelhardt wurde am 4. Mai 1921 in Berlin geboren. Wie zuvor seine Eltern konvertierte er im März 1934 bei den Dominikanern in Berlin-Moabit zum Katholizismus. Nach dem Abitur trat er 1939 in das Noviziat in Warburg ein. Auf die Einfache Profess am 31. März 1940 folgte zunächst der Reichsarbeitsdienst und ab Februar 1941 der Militärdienst, aus dem er wenige Monate später „aus rassischen Gründen“ entlassen wurde. Nach Studiensemestern in Paderborn, Walberberg und Bonn wurde er in der „Organisation Todt“ zur Zwangsarbeit verpflichtet, bis zur Befreiung durch die Amerikaner im April 1945. In Walberberg setzte er sein Studium fort und wurde am 27. Juli 1947 zum Priester geweiht. Es folgten biblische Studien am Angelicum in Rom und ein Philosophiestudium in Freiburg im Breisgau, das er 1953 mit der Promotion abschloss. In Walberberg unterrichtete er ab 1953 Philosophiegeschichte und Erkenntnislehre. Von 1963-67 war er Studentenmagister. Nach der Einstellung der Vorlesungen in Walberberg 1974 nahm er verschiedene Lehraufträge wahr. Er sorgte dafür, dass die Tagungen der „Philosophisch-Theologischen Arbeitsgemeinschaft Walberberg“ bis in jüngste Zeit fortgeführt wurden. Mehrere Jahrzehnte war er verantwortlich für die Herausgabe der „Deutschen Thomas-Ausgabe“. Vielfältig war sein gesellschaftspolitisches Engagement: bei Pax Christi für internationale Verständigung, im christlich-jüdischen Dialog, bei Friedensbemühungen zwischen Israelis und Palästinensern. Er war in zahlreichen kirchlichen und politischen Gesprächskreisen tätig. Für sein wissenschaftliches und gesellschaftspolitisches Engagement erhielt er Ehrungen und Auszeichnungen: „Magister in Sacra Theologia“ (1966); Bundesverdienstkreuz am Bande (1980), den Titel „Honorar-Professor“. Von 1984-1997 gehörte er zur Kommunität in Bottrop und kam dann in den Konvent in Düsseldorf. Hier war er neben seinem pastoralen und gesellschaftspolitischen Engagement als Seelsorger tätig. Nach einem kurzen Aufenthalt im Düsseldorfer Annastift starb er dort am 27. Mai 2014. Er wurde auf dem Südfriedhof beigesetzt.
Pater Paulus hat als Wissenschaftler und Lehrer zahlreiche Studenten innerhalb wie außerhalb des Ordens begleitet. Doch er war kein Stubengelehrter, sondern stets zugleich an den Fragen und Sorgen der Menschen interessiert. Als Ordensmann und Priester sah er es als seine Aufgabe an, sich schwacher und benachteiligter Menschen anzunehmen. Ein Leben „im Dialog“, so überschreibt ein ihm zum 90. Geburtstag gewidmetes Heft der dominikanischen Zeitschrift „Wort und Antwort“ treffend sein Leben.